DO Vinos de Madrid

Die Region von Madrid befindet sich im Herzen der Iberischen Halbinsel und erstreckt sich vom Mittelgebirge (Sistema Central) bis zum Flussta l des Tajo. Im Norden befindet sich der südliche Hang der Gebirgskette von Guadarrama und ein Teil der Gebirgsketten von Somosierra und Gredos (Gebirgsland). Im Süden befinden sich die zentralen und südlichen Sektoren, die aus einer dichten Decke von Schwemmland und detritischen Materialien bestehen und zum Tertiär gehörend. Die weite, hügelige Landschaft mit ihren Mandelbäumen und Olivenhainen hat trotz der Kargheit ihren ganz eigenen Reiz.

Vinos de Madrid ist ein Weinbaugebiet mit Herkunftsbezeichnung (D.O. seit November 1990) in der Region Madrid in Spanien. 1914 (also ca. 30 Jahre später als in Frankreich und Nordspanien) wurde das Gebiet, dass seinerzeit über 60.000 Hektar Rebfläche verfügte, verheerend von der Reblaus befallen. Dies zwang die Winzer zu Neuanpflanzungen und wurde generell genutzt, bessere Rebsorten zu pflanzen und den Qualitätsstandard zu heben. 

Hier, im Herzen Spaniens, ist das Klima extrem kontinental, mit heißen Sommern und eisig-kalten Wintern. Zwar bietet die durchschnittliche Höhe von etwa 700 Metern zumindest eine kleine Abkühlung. Trotzdem werden die Trauben hier meist schon in der letzten Augustwoche gelesen und damit deutlich früher als in anderen Regionen Spaniens. Lange Zeit wurden die Weine fast ausschließlich in den Bars und Restaurants in Madrid konsumiert. Doch in den letzten Jahren haben einige Erzeuger aus anderen Anbaugebieten das Potenzial der Region erkannt und sich in der D.O. niedergelassen. Die Weine genießen derweil national und international große Anerkennung.
 
Facts
DO seit 1990
Fläche: 7461 Hektar
Winzer: 2546; 46 Bodegas und 13 Kooperativen
 
Rebsorten
In der Region werden Weißwein, Roséwein und Rotwein ausgebaut. Die zugelassenen Rebsorten sind:
weiß: Malvar (2056 Hektar Anbaufläche), Airén (1179 ha), Albillo, Paraellada, Macabeo, Torrontés und Moscatel de Grano Menudo. 
rot: Garnaacha (2772 ha), Tempranillo hier auch Tinto Fino genannt (1036 ha), Merlot, Cabernet Sauvignon sowie neuerdings Syrah. 
 
Das Weinbaugebiet Vinos de Madrid ist in drei Subzonen aufgeteilt.
Subzone San Martín de Valdeiglesias
In insgesamt 9 Gemeinden der Region sind insgesamt 3821 Hektar Rebfläche bestockt. Die von der Regulierungsbehörde empfohlenen Rebsorten sind Garnacha und Albillo. Die Rotweine sind häufig körperreich und konzentriert im Geschmack.
Subzone Navalcarnero
In insgesamt 19 Gemeinden der Region sind insgesamt 2107 Hektar Rebfläche bestockt. Hier werden vorrangig Rot- und Roséweine aus der Rebsorte Garnacha angeboten. Die Rotweine neigen zu Oxidation und verlieren schnell ihre tiefdunkle Farbe.
Subzone Arganda
In insgesamt 26 Gemeinden der Region sind insgesamt 5830 Hektar Rebfläche bestockt. Aus den Rebsorten Malvar und Tempranillo entstehen junge und frische Rotweine sowie fruchtige angenehme Weißweine.
 
Das Klima ist kontinental, im Sommer unglaublich heiß und trocken, im Winter oft bitterkalt. Die Jahresniederschlagsmenge beträgt nur 460 mm (in der Subzone Arganda) bis 650 mm (in der Subzone San Martin) und die Sommertemperaturen liegen häufig bei 35 °C.
 
Die Böden enthalten hier hauptsächlich Granit, vermischt mit etwas Lehm und Kalk.
Die lange fast vergessene Region erlebt seit Jahren ein großes Revival, denn man hat den Wert der oft uralten Reben wieder zu schätzen gelernt.