VT Extremadura

Eine der 17 autonomen Regionen von Spanien, die zu den ältesten Weinbaugebieten der Welt zählt. Kurz vor der Zeitenwende ließen sich die Römer am Ufer des Flusses Guadiana nieder und gründeten die Stadt Emerita Augusta, das heutige Mérida. Unter ihnen gab es im Weinbau eine erste große Blüte. Im 13. Jahrhundert war das Gebiet heiß umkämpfte Pufferzone zwischen dem christlichen und maurischen Spanien. Unter maurischem Einfluss ging der Weinbau zurück, erreichte aber im 17. Jahrhundert wieder einen Höhepunkt. Im 16. und 17. Jahrhundert waren es vornehmlich Emigranten aus der Extremadura, die als Conquistadores Mittel- und Südamerika eroberten, allen voran Hernán Cortés (1485-1547), Francisco Pizarro (1476-1541) und Hernando de Soto (1500-1542). Die erbeuteten Reichtümer flossen zu einem Großteil in die Heimat zurück.
 
In der äußerst fruchtbaren Region gibt es Schafzucht, Olivenanbau und Weinbau. Viele lokale Spezialitäten tragen den Titel einer geschützten Ursprungsbezeichnung (DO). Das sind der berühmte „Jamón Dehesa de Extremadura“ (Jamón Ibérico), der Schinken des schwarzen iberischen Schweines, das frei in den Eichenwäldern lebt und sich von Eicheln ernährt, Käsesorten wie „Ibores“ aus Ziegenmilch, „Torta del Casar“ und „Queso de la Serena“ aus Schafsmilch, sowie Olivenöl und geräucherter Paprika. Die Dehesas (Korkeichenwälder) bedecken mit rund einer Million Hektar ein Viertel der Gesamtfläche der Region und liefern die Rinde für die Produktion von Korken.

Die Extremadura liegt zwischen der portugiesischen Region Alentejo im Westen und der spanischen Region La Mancha im Osten. Sie darf nicht mit der portugiesischen Region Estremadura verwechselt werden. Der Name bedeutet „Land jenseits des Duero“ oder nach einer anderen Version „äußerst hart“ (eben extrem). Im Süden schließt Andalusien und im Norden Kastilien-León an. La Mancha und Extremadura zählen zur riesigen Plateaulandschaft Meseta. Die Region wird durch die Gebirgszüge der Sierra de Guadalupe und der Sierra de San Pedro in zwei Hälften geteilt.
Die Extremadura Alta im Norden ist weitgehend mit der Provinz Cáceres identisch.
Der südliche und etwas fruchtbarere Teil Extremadura Baja um den Lauf des Flusses Guadiana entspricht in etwa der Provinz Badajoz.


Das Klima der Extremadura ist kontinental mit einem je nach Region mehr oder weniger ausgeprägten atlantischen Einfluss. Im Allgemeinen sind die Regenfälle sehr selten und der Anbau der Rebe ohne Bewässerung ist sehr schwierig, da das Klima im Sommer sehr trocken ist.

Die Orographie ist ebenfalls sehr vielfältig und reicht von fast flachen Reliefs wie in der Region Tierra de Barros bis zu Gebieten mit zahlreichen Hügeln und Tälern wie in der Region Montánchez. Die Reben befinden sich in relativ heterogenen Höhen, beispielsweise 286 m in der Region Ribera Baja, aber auch bis zu 849 m in der Region Cañamero. Die Bodentypen unterscheiden sich auch je nach Zone, sie können aus Schiefer sein, oder sie sind sehr sandiger Natur oder bestehen auch aus Lehm.

Die Rebflächen umfassen insgesamt 87.000 Hektar.

Das Angebot an Rebsorten in der Region ist sehr breit, die am meisten kultivierten roten Rebsorten sind Tempranillo und Garnacha Tinta, obwohl es auch internationale Rebsorten wie Syrah, Cabernet Franc oder Petit Verdot gibt. Bei den weißen Rebsorten werden am meisten Alarije, Borba, Cayetana Blanca, Macabeo und Sauvignon Blanc angebaut.

Der im Jahre 1999 als erster und bisher einziger klassifizierte DO-Bereich Ribera del Guadiana umfasst über 27.000 Hektar. Er erstreckt sich zum Großteil im Süden der Region, also in der Extremadura Baja. Der regionale Landweinbereich nennt sich VT Extremadura. Ein großer Teil des hier (nicht als DO oder VT) produzierten Weines dient der Destillation. Die Produktion wird von einigen großen Winzergenossenschaften (Sociedades Cooperativas), deren Mitglieder sowohl Wein- als auch Olivenanbau betreiben, sowie riesigen Fincas (Landwirtschaftsgütern) mit mehreren hundert Hektar Grundbesitz beherrscht.