DOCA RIOJA

Rioja ist zweifelsfrei das bekannteste Weingebiet Spaniens. Der Name der Region stammt vom kleinen Flüsschen „Río Oja“, der in den Ebro mündet.


Die Region wurde von aufstrebenden Regionen – allen voran Ribera del Duero und Priorato – Mitte der 1990er Jahre aus seinem Dornröschenschlaf wieder erweckt und zählt inzwischen wieder zu einem der innovativsten Weinbaugebiete der Welt. Konnte man früher von einem „typischen“ Rioja sprechen, so fällt diese Aussage heute deutlich schwerer, da sich verschiedene Stilrichtungen etabliert haben. Vom erzkonservativen Stil mit langer Lagerung in über Jahrzehnten gebrauchten Fässern bis hin zu modernen, barriquebetonten Blockbustern ist (fast) alles in der Rioja zu finden. Aufgrund des hohen Grades an fassgereiften Weinen, die in der Rioja produziert werden, sind derzeit knapp 1,3 Millionen Barriquefässer in Gebrauch, die zu etwa 80% aus amerikanischer Eiche hergestellt sind.

FACTS

DO seit: 03/1947

DOCa seit: 04/1991

Autonome Region: La Rioja (ein kleiner Teil der Region liegt jeweils in Navarra und im Baskenland)

Fläche: 63.627 ha

Winzer: 18.197, davon 7.599 Genossenschaftsmitglieder

Kellereien: 1.212, davon 596 auch als Abfüller registriert

Produktion: ca. 2.900.000 hl

 

Klima:

Atlantisch-Kontinental in der Rioja Alavesa und Kontinental-Mediterran in der Rioja Alta und Rioja Baja. Je weiter das Gelände nach Osten abfällt, wird der Einfluss des Mittelmeeres immer deutlicher – mit einem trockeneren und wärmeren Klima.

Durchschnittstemperatur: 12,8°C (Rioja Alavesa und in der Rioja Alta); 13,9°C (Rioja Baja)

Niederschläge: 450 mm/m² (Rioja Alavesa und in der Rioja Alta); 370 mm/m² (Rioja Baja)

Sonnenscheinstunden:  2.800

Höhe: 300–700 m.

 

Böden:

Lehm-Kalk-Böden in Rioja Alavesa, Sonsierra und z.T. in Rioja Alta. Stark eisenhaltige Tonerde im gesamten Anbaugebiet, bei denen sich die Weinberge auf kräftigen roten Böden über festem und tief gehendem Gestein befinden. Schwemmland, tief und mit Geröll durchsetzt in der Nähe der Flüsse.

 

Rebsorten:

Weiß

Viura, Garnacha Blanca, Malvasía Neu seit 2007: (Autochthon) Maturana Blanca, Tempranillo  Blanco, Torrontés International: Chardonnay, Sauvignon Blanc, Verdejo (dürfen nicht Cuvée bestimmend sein)

Rot

Tempranillo (78% der Fläche), Garnacha, Graciano, Mazuelo

Neu seit 2007: Maturana Tinta, Monastrell de Rioja

 

Reifezeiten:

In der DOCa Rioja gelten verschärfte Bestimmungen in Bezug auf die Lagerzeiten zur Erlangung der Reifekategorien Crianza, Reserva und Gran Reserva für Rotweine.

  • Die Fassgröße ist auf 225 l begrenzt.
  • Crianzas: 12 Monate Fassreife anschließend eine Flaschenlagerzeit von mindestens 12 Monaten.
  •  Reservas: Mindestlagerzeit von 36 Monaten, davon mindestens 12 Monate in Barriques.
  • Gran Reservas: mindestens 24 Monate in Barriques, anschließend mindestens 36 Monate in der Flasche.

 

Teilgebiete:

Die DOCa Rioja unterteilt sich in drei „Subzonas“ (Subzonen), die auf dem Etikett angegeben werden dürfen, wenn die Trauben ausschließlich aus der jeweiligen 33 Region stammen.

 

Rioja Alta ist das Größte der Teilgebiete. Es erstreckt sich größtenteils auf der Südseite des Ebros von Logroño bis ans westliche Ende der Region nahe Haro.

 

Rioja Alavesa befindet sich in der baskischen Provinz Álava und liegt gegenüber der Rioja Alta auf der anderen Ebroseite. Es wird zum Norden hin von der abrupt aufsteigenden kantabrischen Bergkette  begrenzt.

 

Rioja Baja erstreckt sich von Logroño ausgehend entlang des Ebro gegen Südosten. Die Landschaft ist weniger bergig, eher durch sanfte Hügel und Flach- lagen in Flussnähe geprägt. Ein Teil der Weinberge der Rioja Baja sind in der Provinz Navarra angesiedelt.